Verwaltung der Erbschaft

Der Testamentsvollstrecker ist dafür verantwortlich, dass der Nachlass in seinen Werten erhalten und soweit möglich gemehrt wird.

Verwaltungshandlungen

Verwaltungshandlungen sind:

  • Sorge für Unterhalt bzw. Erhaltung der Nachlassgegenstände jeder Art
  • Bestandessicherung (zB Verjährungsunterbrechung)
  • Geltendmachung von Forderungen und sonstigen Ansprüchen, notfalls auch durch Darlehenskündigung
  • Kapitalanlage (Erneuerung bisheriger Geldanlagen oder Anlage erlöster Mittel)
  • Kündigung von Miet- und Arbeitsverträgen für zB Dienstwohnung und persönliches Personal des Erblassers
  • Geschäftsweiterführung oder ggf. Geschäftsaufgabe bzw. Unternehmensliquidation
  • Leitung fortführungsfähiger Unternehmen

Weiterführende Informationen

» Geschäftsaufgabe / Unternehmensliquidation

Anlagestrategie

Mit Anwendung der aktuellen Portfolio-Theorie kann der Testamentsvollstrecker durch Diversifikation eine Optimierung des Risiko-Rendite-Verhältnisses erreichen; der Testamentsvollstrecker

  • erreicht dadurch eine Risikosteuerung
  • vermeidet damit Klumpenrisiken.

Im angelsächsischen Raum wird die prudent man rule angewandt, und zwar bei Abwicklungs-Willensvollstreckungen.

Weiterführende Informationen

» Anlegerschutz: Anlagestrategie

Nicht vermögens-rechtliche Anliegen

Es ist

  • umstritten, ob der Testamentsvollstrecker sich des postmortalen Persönlichkeitsrechts als Andenkensschutz annehmen darf oder nicht.
  • heute unmöglich, ein eigenes Recht des Verstorbenen durch Dritte durchsetzen zu lassen.
  • für Dritte, auch den Testamentsvollstrecker, nur möglich zu handeln, wenn sie vom Erblasser letztwillig dazu veranlasst wurden.

Davon zu unterscheiden sind folgende, im neuen Erwachsenenrecht geregelte, höchst-persönliche Entscheide:

  • Vorsorgevertrag
  • Patientenverfügung

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