Beginn der Willensvollstreckung

Voraussetzungen für das Zustandekommen des Willensvollstreckermandates sind:

  • Testament mit Willensvollstreckerklausel
  • Testaments-Einreichung
  • Mandatsannahme

Dem Willensvollstrecker wird nach Mandatsannahme ausgestellt:

  • Willensvollstreckerausweis

Testament mit Willensvollstreckerklausel

Grundlage jeder Willensvollstreckung bildet ein Testament:

  • Eigenhändige letztwillige Verfügung
  • Öffentliche letztwillige Verfügung
  • Nottestament

Testamentseinreichung

Verfügungen von Todes wegen, namentlich Testamente, sind vom Aufbewahrer oder Finder der zuständigen Eröffnungsbehörde am letzten Wohnsitz des Erblassers zur Eröffnung einzureichen (vgl. ZGB 556, ZGB 538).

Die zuständige Behörde setzt dem Willensvollstrecker eine 14-tägige Frist, um Annahme oder Ablehnung des Willensvollstrecker-Mandates zu erklären. Für die Annahme oder Ablehnung des Willensvollstrecker-Amtes hat der Willensvollstrecker Anspruch auf Einsicht in die Verfügung von Todes wegen, um beurteilen zu können, worauf er sich im Annahmefalle einlässt.

Mandatsannahme

Die Annahme des Willensvollstreckermandates hat die zuständige Behörde zu erfolgen.

Die Erklärung kann stattfinden:

  • formfrei
    • mündlich
    • schriftlich
  • stillschweigend (vgl. ZGB 517 Abs. 2), zB durch Tätigwerden als Willensvollstrecker in Kenntnis der Berufung.

Die Annahmeerklärung ist bedingungsfeindlich, weshalb eine Annahme unter Bedingungen (zB kein Schwarzgeld) oder eine bloss partielle Annahme unzulässig ist.

Die Willensvollstrecker-Ernennung wird auf den Zeitpunkt des Eintreffens der Annahmeerklärung bei der zuständigen Behörde wirksam.

Nichtannahme

  • Die Nichtannahme ist nicht zu begründen; es besteht keine Bürgerpflicht.
  • Hat der Erblasser in seiner Verfügung von Todes wegen einen Ersatz-Willensvollstrecker bezeichnet, wird dieser nach den gleichen Regeln wie der ablehnende erste Willensvollstrecker berufen.

Willensvollstreckerausweis

Je nach Praxis der Behörde wird dem Willensvollstrecker nach seiner Amtsannahme auf Wunsch oder ohne Nachfrage eine Bescheinigung über seine Einsetzung, ein sog. Willensvollstreckerausweis (auch Willensvollstreckerzeugnis genannt), ausgestellt.

Ist der Willensvollstrecker nur für einzelne Aufgaben berufen worden, ist dies im Willensvollstreckerzeugnis zu erwähnen.

Erblasser im Ausland verstorben

Das ausländisches Kollisionsrecht bestimmt

  • auf den Willensvollstrecker anwendbares Recht
  • ob der Willensvollstrecker ausländischem materiellem Recht untersteht
  • ob er von ausländischen Behörden ein Willensvollstreckerzeugnis erhält
  • ob er von den ausländischen Aufsichtsbehörden überwacht wird.

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